Die Vogtland Philharmonie spielt anlässlich des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit am 3. Oktober um 18 Uhr in der Stadtkirche „Unser Lieben Frauen Auf Dem Berge“ die vier Violinkonzerte aus Antonio Vivaldis wohl berühmtesten Werk „Die vier Jahreszeiten“ und ergänzt das Programm um die Serenade Nr. 6 D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart.

Wernsdorf

- 360 Grad Rundflug über den Ortsteil Wernsdorf

Foto: M. Lippmann

Wernsdorf entstand zeitgleich mit den Dörfern Ober- und Niedersteinbach um 1170 als zweiseitiges Reihendorf mit Waldhufenflur. Der Ortsname wurde von seinem Gründer, einem Wernher, hergeleitet.

Die eindeutige urkundliche Ersterwähnung Wernsdorfs datiert vom 25. Juli 1324. Markgraf Friedrich II. von Meißen belehnte die Burggrafen Albrecht IV. von Altenburg und Otto von Leisnig (den Schwiegersohn Albrechts) mit den Dörfern Göhren, Himmelhartha, Schlaisdorf und Gütern zu Wernsdorf, mit denen bisher Heinrich von Königsfeld belehnt war. Ein einziger Wernsdorfer Bauernhof (Nr. 1a) wurde 1333 in einer Urkunde genannt und unterstand bis hin zum 19. Jahrhundert dem Pfarrgericht in Rochsburg.  1539 wurde Wernsdorf nach Niedersteinbach eingepfarrt.  Mit 19 Bauernhöfen und 25 „Inwohnern“ gehörte die Ortschaft 1551 anteilmäßig zum Amt Rochsburg und zum Amt Penig.  Im Jahre 1702 erhielt Hanns Bohne die Schankerlaubnis und betrieb eine Gastwirtschaft im Ort, die er aber bald an seinen Sohn weitergab. In der Restauration „Zur Rosenlaube“ wurd im Jahre 1883 eine Kegelbahn eröffnet.  An der B 175 lag und liegt auch noch der zur Ortschaft Wernsdorf gehörige Gasthaus „Zeißig“. Im Mai 1814 wurde im Amt Chemnitz bekannt, dass der aus Altpenig stammende Beutlermeister (Handschuhmacher) Christian Friedrich Zeißig in Wernsdorf auf dem ihm vom Geleits-Inspektor Lippold aus Penig verkauften alten Straßenland ohne Genehmigung ein Haus gebaut habe und darin Bier und Branntwein schänke. Er eröffnete eine Kegelbahn und veranstaltete Konzerte. Bis dahin hatte er jedoch weder eine Baugenehmigung noch die Schankkonzession erhalten. Die erhielt er nach ordnungsgemäßer Beantragung erst im Jahre 1816. Beherbergen und Ausspannen wurden ihm zum Zeitpunkt untersagt.  Aber schon um 1820 wurde die „Zeißigschänke“, auch „Zeißignest“ genannt, als „für die Städter einer der beliebtesten Erholungsorte“ genannt. Der Gasthof zeichnete sich nicht nur durch das schöne, weit in die Ferne leuchtende Gebäude aus, gelobt wurde auch die schöne Aussicht.  Besitznachfolger von Christian Friedrich Zeißig wurde im November 1842 sein Schwiegersohn Martin Türpe. Er erhielt die Konzession zur Einstellung von Gastgeschirren während des Tages und einige Jahre später auch die Erlaubnis zum Beherbergen und Ausspannen über Nacht. Der „Zeißig“ war Veranstaltungsort für verschiedenste Feste und Veranstaltungen, für Bälle, Konzerte (auch im Garten), Sommerfeste u.a. der Peniger Fabriken.  Nach der Renovierung und dem Umbau im Jahre 1980 erfolgte eine Namensänderung der KONSUM-Gaststätte „Zeißig“ in „Zum Zeisig“.  1835 erhebte das Land Sachsen Chausseegeldgebühren an der wichtigen Straßenkreuzung am Gasthof „Zeißig“. Es wurden ein Chausseehaus gebaut, die Straße durch zwei Schranken abgesperrt und ein Chausseegeldeinnehmer eingestellt. Die regelmäßig verkehrenden Postkutschen (nach Leipzig und Altenburg) waren von den Abgaben befreit. Die Altenburger Linie führte durch Wernsdorf und Niedersteinbach.  Nach der Aufhebung der Chaussegeldabgabe 1885 wurde das Haus zu Wohnzwecken genutzt. Der Abriss erfolgte nach 1980.  Durch die Kreisdirektion Leipzig wurde dem Wagner und Hausbesitzer Johann Gottfried Kirchner am 21. April 1841 die Erlaubnis zur Dorfkrämerei erteilt.  1950 wurden die Ortschaften Ober- und Niedersteinbach nach Wernsdorf eingemeindet, das Dorf Steinbach (Kreis Altenburg) kam mit der Vereinigung der beiden Dörfer 1953 dazu.  Mit der Neugliederung der Länder und Bildung von Kreisen im Jahre 1952 wechselte die Gemeinde Wernsdorf von der Amtshauptmannschaft Rochlitz zum neugebildeten Kreis Geithain über.  
1956 entschloss man sich für eine Umbenennung des Dorfes Wernsdorf in Niedersteinbach, da in der Mehrzahl der eingemeindeten Dörfer der Name „-steinbach“ enthalten war. Seit März 1980 wurde alle Wernsdorfer Grundstücke an die neue Ringwasserleitung angeschlossen. An der F 95 wurde ein neu gebautes Pumpenhaus in Betrieb genommen.  Eine neu gebaute Poststelle wird im Mai 1989 eröffnet. Im Norden der Wernsdorfer Flur, direkt an der B 95 gelegen, entwickelte die ehemalige Gemeinde Langensteinbach ein 15 ha großes Gewerbegebiet. Herausragende Betriebe sind heute noch die PVP Papierverarbeitung Penig und die Fa. Bergmann, die durch ihr „Sachsenklo“an Bekanntheit zugenommen hat.