Zusätzlich zu den regulären Zeiten öffnet das Einwohnermeldeamt am 4.7.2020 in der Zeit von 9.00 – 11.30 Uhr. Neben der Erledigung der in diesem Bereich üblichen Vorgänge besteht auch die Gelegenheit, Unterstützungsunterschriften für Wahlvorschläge für die Nachwahl zum Peniger Bürgermeister im September zu leisten.
Die Stadtverwaltung hat für den Besucherverkehr zu den regulären Öffnungszeiten geöffnet. Alle Besucher, die das Rathaus betreten, haben weiterhin einen Mund- Nasenschutz zu tragen und die Abstandsregelungen einzuhalten.
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Obergräfenhain

 - 360 Grad Rundflug über den Ortsteil Obergräfenhain



Foto: M. Lippmann

Der Ortsteil Obergräfenhain liegt zwischen Penig und Rochlitz an der B 175. Die Entstehung des Ortes begann nach der Überlieferung im Jahre 1103 in der Regierungszeit Heinrich IV. Damals war der Ort nur mit 15 – 20 Seelen bewohnt und gehörte zum Fürstentum Altenburg. Die eigentliche Gründung verdankte der Ort wahrscheinlich dem Grafen Wiprecht von Groitzsch.

Geschichtliches zu Obergräfenhain: Das Dorf Obergräfenhain wurde erstmals im Jahr 1339 erwähnt. Das Wort „Gräfenhain“ – hergeleitet von „Grafenhagen“ – bedeutet so viel wie gehegter und geschützter Ort des Grafen.
Die urkundliche Ersterwähnung fand Obergräfenhain jedoch erst im Jahre 1345. Die heutige Schreibweise ist jedoch erst ab 1820 gebräuchlich. Mit der Ortsentstehung wurde vermutlich auch die erste Kirchgemeinde nach 1103 gegründet.
Die St. Jakobus Kirche Obergräfenhain erhebt sich auf einem kleinen Hügel, an dessen südlichen Abhang die im Jahre 1840 erbaute Schule und noch etwas tiefer die 1699 erbaute Pfarre liegt. Der viereckige Kirchturm wurde mehrmals vom Blitz getroffen, nachweislich 1608 und 1663, wo beide Male die Turmspitze nebst Knopf heruntergeschlagen und im Inneren des Turmes Schäden entstanden. Schullehrer und Kirchner sind ab 1600 nachweislich. Von Fabian Günzel (1612 – 1649) wurde berichtet, dass er, wie vermutlich auch seine Vorgänger, hier ansässig war und neben seinem Amte auch „Oekonomie und Schankwirtschaft“ betrieb, dass er den Kirchhof zu seinem Wirtschaftshof, die Kirche zu seiner Getreideniederlage und die Sakristei zu seiner Vorratskammer gemacht haben soll. 1649 wurde er genötigt, seinen Kirchen- und Schuldienst aufzugeben. Die Kirche wurde, vor allem durch den Durchzug schwedischer Truppen 1643 und 1645, mehrmals geplündert. 1752 wurde das Innere der Kirche ganz und gar umgestaltet und erneuert. Die Sanierung der alten Pfarrscheune anno domini 1734, gegenüber dem Obergräfenhainer Pfarrhaus, erfolgte seit Mitte 2003 im Rahmen eines Jugendberufsbildungsprojektes. Das Lehmfachwerk wurde stabilisiert bzw. neu eingefügt, die Wetterseite trägt nun eine neue Holzverplankung, Fenster sind eingesetzt und das Dach auf Vordermann gebracht worden.
Nach der Einweihung der „Begegnungsscheune“ zum Erntedankfest 2004 wird sie für Familienfeiern und Ähnliches genutzt. Zum Reformationsfest, 31.10.2007, wurden drei neue Kirchenglocken für Obergräfenhain in einem Festgottesdienst in der Pfarrscheune unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eingeweiht. Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Narsdorf – Penig erhielt Obergräfenhain Eisenbahnanschluss an die Strecke Leipzig – Chemnitz.
Nach der Einstellung der Bahnstrecke wurde das Bahnhofsgebäude (Eisenbahnhaltepunkt) nach Lunzenau abtransportiert und im Grundstück der Gaststätte „Zum Prellbock“ aufgestellt. Es beinhaltet heute ein Eisenbahnmuseum.
Im März 1933 eröffnete Hermann Funke eine Schlosserei und Reparaturwerkstatt. Das Familienunternehmen hat seinen Sitz an der B 175 am Abzweig nach Rathendorf. Seit 1992 prägt die Silhouette des Dachziegelwerkes die Dorfansicht. Die auf Obergräfenhainer, Narsdorfer, Rathendorfer und Langenleuba-Oberhainer Flur lagernden Tonrohstoffvorkommen begünstigten die Braas-Tondachziegelproduktion der RuppKeramik GmbH, zehn Jahre später ein Unternehmen der Lafarge Dachsysteme, heute Monier GmbH. Südlich auf Obergräfenhainer Flur befindet sich seit 1995 ein Windpark mit anfangs sechs Windkraftanlagen. Die erzeugte Energie wird in Obergräfenhain direkt in das Mittelspannungsnetz eingespeist. Zwei weitere Windräder kamen im Jahre 2003 zwischen Elsdorfer und Obergräfenhainer Flur dazu. 2004 wurde eine siebente Anlage auf Lunzenauer Flur errichtet. Zum 01. Juli 1996 erfolgte die Eingliederung der Gemeinde Obergräfenhain in die Gemeinde Langensteinbach. Gleichzeitig änderte sich die Kreisgrenze, da das Gebiet von Obergräfenhain vollständig in das Territorium des Kreises Mittweida überging. Die Schließung der Schule im Ort mit Hort erfolgt zum 01. September 1999. Zum 01.01.2003 erfolgt die Eingemeindung nach Penig.