Bei einem Schüler der Klassenstufe 1 der Erich Kästner Grundschule wurde das Corona-Virus nachgewiesen. Die Kinder, Lehrer*innen sowie Erzieher*innen der betreffenden Klasse sind informiert und befinden sich für 14 Tage in häuslicher Quarantäne.
Für alle anderen läuft der Schulbetrieb vorerst im Regelbetrieb weiter. Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund der besonderen Situation im Hort momentan leider keine Hausaufgaben abgearbeitet werden können.
Am 09.12. um 19.30 Uhr tagt der Ortschaftsrat Langensteinbach im Ratssaal der Stadtverwaltung Penig.
Am 10.12.2020 um 19.00 Uhr tagt der Ortschaftsrat Thierbach im Dorfgemeinschaftshaus Markersdorf.

Zur Geschichte der Stadt

Die Stadt Penig liegt zwischen Chemnitz und Leipzig an der Bundesautobahn A 72. Die sächsische Kleinstadt an der Zwickauer Mulde liegt westlich im Landkreis Mittelsachsen. Gelegen an einem alten Muldenübergang überquerte hier eine bedeutende Handelsstraße, die alte Salzstraße, von Halle über Leipzig, Borna, Penig, Chemnitz, Reitzenhain in Richtung Böhmen verlaufend den Fluss. Durch die günstige Lage erhielt die Stadt schon im Mittelalter regionale Bedeutung als Marktort. Frühzeitig entwickelte sich Handel, Handwerk und Gewerbe.

Der Ortsname Penig - viele verschiedene Schreibweisen in der Geschichte
Penic (1264), Penick (1288), Penig, Penik (1313), Penyk (1351/58), Penec (1427/30), Penyck (1511), Pennigk (1519), Benick (1561), Benicka, Penigck, Penic. Der Ortsname "Penig" geht nach Hans Walther auf den altsorbischen Ausdruck "pena" (= Schaum, Dunst, Nebel) zurück. Als falsch haben sich zwei Varianten der Namensdeutung herausgestellt. Die Ableitung von "Pein-Ecke", als den Ort am Muldenfurt, wo Leute gepeinigt wurden, gehört in das Reich der Sagen. Als älteste Quelle für die Ersterwähnung des Ortes galt für viele Peniger Heimatforscher der Eintrag des Bischof Thietmar von Merseburg in seiner Chronik (975 bis 1019). Unter dem Jahr 1004 fand man die Bezeichnung "Wissepuig" oder "Wissepnik", was soviel wie "Hohenstockburg" oder "Holzburg auf der Höhe" bedeutet. Damit wurde die Stelle der heutigen Stadtkirche gedeutet. Dass das nicht richtig sein kann, zeigt der Wortlaut des in Latein verfassten Berichtes:  "... pars, quae ad Chutizi orient alem cum adpertinentibus villis Wissepuic et Lostatava pertinet ac fluviis Camenici Albique distingitur.". Hierbei handelt es sich vermutlich um den Ort Wechselburg, der wie das ebenfalls genannte Lastau zwischen Zwickauer Mulde und der Chemnitz liegt.

Besiedlung und Entstehung der Stadt
Die Ortschaft mit slawischen Ursprung wurde vor allem in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts im Zuge der Kolonisation durch deutsche Bauern besiedelt. An der Mulde entstanden zu der Zeit zahlreiche Waldhufendörfer,darunter auch das Dorf Penig. Die Altpeniger Kirche am linken Muldeufer wird bereits 1157 urkundlich erstmals erwähnt. Die Burggrafen von Altenburg, bis 1328 Besitzer der Herrschaft Rochsburg, begannen um 1260 am rechten Muldeufer mit der planmäßigen Anlegung einer Marktsiedlung. Bereits 1264 tritt ein Friedrich von Penig (Fridericus de Penic) als Zeuge in einer Urkunde auf. Eine weitere Erwähnung erfolgte 1288. Die urkundliche Ersterwähnung als Marktflecken (forensi civitate Penig) ist 1301 nachweisbar. Mit der Bezeichnung oppidum (in opido Penik) in einer Urkunde des Bischofs Heinrich von Merseburg, der die Gründung einer Probstei in Penig am 13. Juli 1313 genehmigt, wird Penig offiziell als Stadt erwähnt.  Die Stadtgründung wird nach wissenschaftlichen Erkenntnissen in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts liegen. Aus jener Zeit stammt auch das Peniger Stadtwappen, auf Silber eine rote heraldische Rose mit grünen Kelchblättern und goldenen Butzen. Es entstammt dem Altenburger Stadtwappen. Die Burggrafen von Altenburg sind somit die Begründer der Stadt Penig. Penig 1617 nach einer Zeichnung von Georg Hufnagel Durch Erlöschen der Linie der Burggrafen von Altenburg geht Penig mit der Herrschaft Rochsburg im Erbgang 1329 an die Burggrafen von Leisnig, die 1434 die Herrschaft Penig begründen. 1455 bestätigt Burggraf Georg der Stadt Penig alle Rechte, welche sie schon seit langer Zeit hatte. Damit kommt der erste Bürgermeister zum Einsatz und die städtische Selbstverwaltung beginnt.

Altes oder Hinteres Schloß
Anstelle der Wasserburg (castrum penicense) wird 1356 das Alte Schloß als "castrum penyk" erstmals erwähnt.

Anstelle der Wasserburg (castrum penicense) wird 1356 das Alte Schloß als "castrum penyk" erstmals erwähnt. Früher in die Befestigung der Stadt eingebunden und im Wesentlichen aus Holz fiel es 1459 dem Raub der Flammen zum Opfer. Nach dem Aufbau, teilweise aus Stein gebaut, brannte 1472 wiederum ein Teil des Gebäudes ab. Von 1329 - 1538 war das Alte Schloß die Residenz der Burggrafen von Leisnig. Der dreigeschossige, langgestreckte Renaissancebau mit vorgesetztem Treppenturm wurde 1612 erbaut. Renaissancetreppenturm von 1612 Die früher vorhandenen Zwerchhäuser sind alle beseitigt worden. Die seitlichen Flügel baute man im 19. Jahrhundert an. 1919 von der Papierfabrik aufgekauft, wurden nun Betriebswohnungen eingebaut. Die Schloßkapelle im linken Seitenflügel diente bis Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts der katholischen Gemeinde Penig als Gotteshaus. Neues oder Vorderes Schloß, später im Volksmund auch "Lumpenschloß" genanntNachdem Burggraf Hugo von Leisnig im Jahre 1517 schon einmal die räumliche Enge des "Alten Schloßes" bemängelte, ließ Wolf II. von Schönburg (1543 durch Gebietstausch in den Besitz der Herrschaft Penig gekommen) 1556/57 das "Neue Schloß" im Renaissancebaustil errichten. Es wurde in die Häuserfront eingebunden und ist für den Schloßplatz ein bestimmendes Gebäude. Dass klassizistisch viergeschossige Gebäude erhielt seine heutige Form durch Aufstockung und Umbau im Jahre 1790. Es diente bis 1852 als Amtshaus (Amt, Patrimonialgericht). 1889 an die Papierfabrik verkauft, von dieser eine Hadernsortieranstalt eingerichtet, wird es im Volksmund als "Lumpenschloß" bezeichnet. Dorf befand sich auch die Lehrlingsausbildung und der eingebaute Saal wurde für zahlreiche Veranstaltungen des Betriebes und der Stadt genutzt. Nach dem Umbau befindet sich seit 1998 eine Anlage für Altersgerechtes Wohnen, die Stadtbibliothek und der Polizeiposten im Gebäude.

Im November 2014 begann die Familie von Schönburg mit den Sanierungarbeiten am Hauptgebäude sowie Ost- und Westflügel. Nach dem Abschluss der Abeiten an der Gebäudehülle schloss sich der Innenausbau des um 1300 erbauten Komplexes an.

schlossansicht neuFoto: M. Lippmann

Von den Peniger Töpfern und ihrer speziellen Warenart
Penig war im Mittelalter eine recht bekannte Töpferstadt. Das Gründungsdatum der Töpferinnung ist leider nicht bekannt, allerdings sind Innungsartikel von 1638 an überliefert. Die letzten Töpfer waren bis etwa um 1900 hier ansässig.
Um 1500 lebten in Penig zwölf Töpfer, welche den "Töpperzins" zu zahlen hatten. Wegen der von den Töpferöfen ausgehenden Brandgefahr war keinem Meister dieser Innung gestattet, in die Stadt zu ziehen und sein Handwerk zu betreiben und einen Brennofen aufzurichten. Sie bildeten eine Gemeinschaft vor dem Chemnitzer Stadttor. Somit entstand die Vorstadt Topfanger. Schon 1482 besuchten die Peniger Töpfer den Chemnitzer Wochenmarkt mit ihren Erzeugnissen. Da der Chemnitzer Rat forderte, den Peniger Wochenmarkt für die Chemnitzer Handwerker zu öffnen, gab es Auseinandersetzungen wegen des gegenseitigen Marktrechtes. Eine spezielle Warenart der Töpfer waren die schwarzbraun gefärbten Peniger Krüge mit vier großen Henkeln und sonst überall mit vielen kleinen Henkeln und Ringlein daran verziert.  Diese Krüge werden in der Meißnischen Bergk-Chronica des Petrus Albinus aus dem Jahre 1590 und in Peniger Stadtchroniken erwähnt. Ein derartiges Gefäß hielt Frau Dorothea, Burggräfin von Leisnig, 1514 für wertvoll genug, um es ihrer Schwester als Geschenk nach Mühlberg zu senden. Unter den Händen der Peniger Töpfer entstanden auch grünglasierte, topfähnlich vertiefte Ofenkacheln, die zu Kachelöfen zusammengesetzt wurden. Mit Aufkommen des Tabakrauchens im Dreißigjährigen Krieg bildete sich ein neuer Zweig der Töpferei aus, das Pfeifenmachergewerbe.


Die Altstadt von Penig
Städtebauliche Untersuchungen ergaben, dass der mittelalterliche Grundriss der Stadt noch vorhanden ist, aber der größte Teil der Bausubstanz aus der Zeit nach 1711 bzw. 1823 stammt und später oftmals baulichen Veränderungen unterlag. So wurde z. B. an vielen Häusern das Fachwerk überputzt oder sie erhielten weitere Stockwerke. Der Grundriss der Stadt wird vor allem durch die Vielfalt an Platzräumen geprägt. Die Plätze wurden ursprünglich zu wirtschaftlichen Zwecken verwandt, z. B. Obergasse: Topfmarkt; Lutherplatz: Rossmarkt. Auch die Straßennamen weisen noch auf den ehemaligen Zweck bzw. die Nutzung hin, z.B. Mandelgasse - hier standen die städtischen Mangelhäuser; Brauhausgasse - Brauerei; Badergasse - Badestube an der Mulde. Typisch für unsere Stadt sind die vielen engen Gassen links und rechts der Mulde. Ein ganzes System von schmalen Gassen verbindet die höhergelegene Stadtkirche "Unser Lieben Frauen Auf Dem Berge" mit den tieferliegenden Straßen.