Informieren Sie sich über die Stellenausschreibung für die Leitung im Schulhort Lgl.-Oberhain unter der Rubrik "Leben".
25.05., 14.00 Uhr Wernsdorfer Dressurturnier
26.05. - 28.05., 08.00 Uhr Wernsdorfer Dressurturnier
28.05., 10.00 Uhr Köbefest
02.06. bis 05.06.: Pfingstturnier – 65 Jahre Reitsport in Langenleuba-Oberhain
10.06., 14.00 – 17.00 Uhr: Kellerbergfest
09.06. - 11.06., 666 Jahrfeier Markersdorf
09.06. - 11.-06.: Niedersteinbacher Schützenfest
17.06., 10.00 Uhr: Sommerfest im Kreisel
17.06., 14.00 Uhr: Schulfest der GS Langenleuba-Oberhain
23.06. - 25.06.: Obergräfenhainer Dorffest

Drack, Hanna Maria

Drack, Hanna Maria

Hanna Maria Drack in ihrer Peniger Zeit, Ostern 1939.

http://www.hannamariadrack.com

LEBEN

Die Dichterin und Schriftstellerin Hanna Maria DRACK (Pseudonym), geb. Marie Elisabeth Johanna BÖRNER, lebte ab ihrem 28. Lebensjahr zwar in Österreich, alles begann jedoch in Penig im einstigen Mitteldeutschland. Hier erblickte Johanna Börner am 10. Juni 1913 das Licht der Welt. Sie wohnte mit ihren Eltern Paul Börner und Emma Maria Börner in der Chemnitzer Straße. Ihr Urgroßvater Heinrich Börner (1787-1870), ein aus Erlangen stammender Unternehmer und Mitbesitzer einer Kattundruckerei in Penig, legte am 31.3.1836 mit seiner Baumwollspinnerei den Grundstein für Amerika / Penig und gilt somit als Begründer von Amerika in Sachsen. Mit Genehmigung der Grafschaft  Schönburg errichtete Heinrich Börner seine Fabrik sowie zwei Wehranlagen am Fluss Mulde in einem Waldstück östlich von Penig. Bis heute befindet sich dort das Wasserkraftwerk Amerika. Ebenso, nach über 180 Jahren, besteht heute noch Heinrich Börners ehemalige Schlosserei und Schmiede samt Werkzeugen und Spinnereimaschinen mit der letzten Feilenhauerei Deutschlands als Museum "Alte Schlosserei". Als Urenkelin von Heinrich Börner verewigte Johanna Börner dessen Werk auch in ihrem literarischen Schaffen.

Börner Hannel, wie Johanna Börner in heimischen Gefilden oft genannt wurde, wurde als fröhliches und begabtes Kind beschrieben, welches bereits im ersten Volksschuljahr Gedichte zu schreiben begann. Entbehrte der Schulunterricht an Spannung, schrieb Hannel nicht selten unter der Schulbank ihre Gedanken nieder und schon sehr bald wurde ihr sprachliches Talent erkannt.

Während ihres Mittelschulbesuches fanden ihre Verse großen Anklang und im letzten Schuljahr war sie es, die federführend eine Abschiedszeitung verfasste. Seit jener Zeit wurde Johanna Börner als heimische Dichterin bezeichnet. Wie in ihren Aufzeichnungen festgehalten, rührt das Talent von ihrer Mutter her, die großartig fabulieren konnte, davon aber keine Aufzeichnungen machte.

Die junge Börner war nicht nur an ihrer Muttersprache Deutsch interessiert, sondern beschloss, ihre Fremdsprachenkenntnisse auszubauen. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie an der "Berlitz School of Languages" in Chemnitz Französisch und Italienisch. Um ihre Englischkenntnisse zu erweitern verbrachte sie zwischen 1932-1933 ein Jahr in England, gefolgt von weiteren kürzeren England-Aufenthalten 1937 und 1938.

Beschrieben wird Johanna Börner als unternehmungslustige, liebenswerte und weltoffene Person. Ab ihren Teenager-Jahren korrespondierte sie regelmäßig auf Englisch und Französisch mit Brieffreundinnen rund um den Globus, wovon mehrere Freundschaften lebenslang währten.

Das Berufsleben von Johanna Börner begann bereits 1929. Die Hauptzeit ihres beruflichen Engagements verbrachte sie in der Peniger Maschinenfabrik (heute Flender Getriebewerk Penig)  als rechte Hand der Geschäftsleitung sowie Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch, Französisch und Italienisch. Ihr Aufgabenbereich umfasste auch das Verfassen von Schriftstücken für Presse, Printmedien, Reden oder Feierlichkeiten. Je nach Bedarf wählte sie dafür Gebrauchsprosa, Prosa oder Lyrik. Des Öfteren erschienen ihre Arbeiten in lokalen Tageszeitungen und aus jener Zeit stammen auch Verse im sächsischen Dialekt wie "Wenn dr Sachse enne Reese macht".

Eines Tages nahm ein junger österreichischer Diplomingenieur namens Max Drack als Konstrukteur seine Arbeit in der Peniger Maschinenfabrik auf. Johanna und Max verliebten sich und schlossen im September 1941 in Bautzen den Bund der Ehe. Hanna Maria Drack übersiedelte zur Familie ihres Ehemannes nach Scharnstein in Oberösterreich im landschaftlich schönen Almtal des östlichen Salzkammerguts. Durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges waren die beiden wie fast alle ihrer Leidensgenossen mehrere Jahre getrennt.

Max Drack hatte bis 1945 als Soldat fern der Heimat zu dienen, während Hanna Maria Drack zwischen 1941 und 1942 im österreichischen Familienunternehmen ihres Mannes arbeitete.1943 setzte sie ihre Berufslaufbahn für kurze Zeit in Berlin fort, wo jedoch der Krieg tobte.  Bereits im Frühjahr 1943 kehrte sie nach Österreich zurück und im Oktober 1943 kam ihr erstes Kind zur Welt.

Das Glück meinte es gut mit Hanna Maria Drack, da ihr Mann im Herbst 1945 unversehrt aus dem Zweiten Weltkrieg nach Österreich zurückkehrte, wo sie mit dem kleinen Sohn seit Langem sehnlichst auf ihn wartete.

Während der folgenden Jahrzehnte war für Max Drack fast ausnahmslos harte Arbeit angesagt, da er die Leitung des alteingesessenen Familienunternehmens innehatte, eines Holzverarbeitungs- und Stromerzeugungsbetriebes. Das Leben von Hanna Maria Drack bestand zum Großteil aus Haushalt, Garten und der Erziehung ihrer vier heranwachsenden Kinder,  drei Jungen und ein Mädchen. Dennoch verwendete sie jede freie Minute für ihre große Leidenschaft, den dichterischen und prosaischen Umgang mit Sprache. Der Lyrik galt ihre besondere Liebe, wie sie selbst betonte. Auch das Studium von Fremdsprachen führte sie emsig fort: Ab ihrem 50. Lebensjahr lernte sie Esperanto und Latein und ab ihrem 60. Lebensjahr Russisch in Wort und Schrift.

Erst zwischen 1981-1987, nach einem arbeitsreichen Leben , als Ehemann Max den Familienbetrieb in die Hände seiner drei Söhne legte und die Tochter in einer Fluggesellschaft tätig war, unternahm Hanna Maria Drack mit Ehemann und Tochter einige Urlaubsreisen. Nochmals wurden alte Freunde und Bekannte besucht sowie fremde Länder und Kulturdenkmäler bestaunt. Unvergesslich schöne Erlebnisse, welche Lebensfreude entfachten und für alle eine große Bereicherung darstellten.

Inmitten  einer  schaffensreichen  Zeit  erkrankte  Hanna Maria Drack   und   verstarb am 16. September 1988 in ihrem Heim im oberösterreichischen Almtal.

Die Verbindung zu ihrer Heimat Penig hielt sie trotz langjähriger politischer Barrieren immer aufrecht und stand in regem Briefwechsel mit alten Freunden und Bekannten. Auch während DDR-Zeiten besuchte sie die Stadt mehrmals zusammen mit ihrem Mann Max und ihren vier Kindern. Sie wohnten dann gewöhnlich in der Mozartstraße bei ihren Freunden Fritz und Hilde Müller.

WERK

Das umfangreiche Werk von Hanna Maria Drack umfasst sämtliche Bereiche der Lyrik in Reim, freien Rhythmen, Epigrammen, Aphorismen, Haikus, Gedichtzyklen sowie Romane, Hörspiele und Kinderliteratur. Viele ihrer Liedtexte wurden durch namhafte österreichische Komponisten vertont, wovon einige auf Tonträgern erschienen. Manchmal schrieb die Künstlerin die Musik zu ihren Texten auch selbst.

Lyrik und Prosa von Hanna Maria Drack erschienen in Buchausgaben, Anthologien, Lehrbüchern, Magazinen, Zeitungen und wurden auch im Österreichischen Rundfunk (ORF) gewürdigt. Als Autorin arbeitete sie mehr als zehn Jahre mit dem ORF zusammen, der in seinem Wochenmagazin ihre Beiträge für Erwachsene, ebenso wie Arbeiten für Kinder- und Schulfunksendungen ausstrahlte. Auch in englischer Sprache verfasste Hanna Maria Drack Lyrik, Prosa und Beiträge für den Bildungsbereich, welche in Lehrbüchern publiziert wurden. Einige Arbeiten schrieb die Autorin auf Sächsisch, Oberösterreichisch und Wienerisch. Sie war immer wieder zu Dichterlesungen eingeladen, von denen manche im Rundfunk übertragen wurden. Die einen literarischen Zeitgenossen sagten von ihr, dass dieser liebenswerte, bescheidene Mensch zu den "Stillen im Lande" gehöre, andere bezeichneten sie als eine der profiliertesten Dichterinnen Österreichs.

Weitab von Großstädten und Zentren kulturellen Lebens und Schaffens wohnend, war Hanna Maria Drack fast ausschließlich auf briefliche Kommunikation angewiesen. Eigenständige Mobilität gab es in ihrem österreichischen Leben so gut wie keine, was heute im 21. Jahrhundert fast unvorstellbar erscheint. Selbst, um im nächsten, zirka vier Kilometer entfernten Ort, Lebensmittel einzukaufen, war sie stets auf eine Mitfahrmöglichkeit angewiesen bzw. ging die Strecke auch manchmal zu Fuß. Allzu gerne wäre sie selbst Auto gefahren, doch dies blieb ein Wunsch. Ferngespräche waren zu Lebzeiten Hanna Maria Dracks kostenintensiv, Computer und Internet für Normalverbraucher gab es erst kurz nach ihrer Zeit und somit stand zwecks Kommunikation lediglich die Schreibmaschine und der Postweg zur Verfügung. Dabei kam ihr sehr entgegen, dass sie eine hervorragende Stenotypistin war und sowohl auf der Schreibmaschine als auch auf dem Stenographie Block in Sprechtempo fehlerfrei mitschreiben konnte.

In Presseartikeln ist beispielsweise zu lesen: Wie ein roter Faden durchzieht ein sozialer Grundgedanke das Werk von Hanna Maria Drack. Schlicht und ungekünstelt, wie ihr ganzes Wesen, sind auch ihre Verse. Aus ihren Gedichten spricht ein Mensch mit ehrlichen Absichten und all seinen Vorzügen wie auch Sorgen. Selbstlos gibt sie ihren Mitmenschen Ratschläge und versucht ihnen zu helfen oder für sie da zu sein. Der Autorin geht es um die kleinen Freuden des Lebens, um Wahrhaftigkeit, Anständigkeit, Ehrlichkeit, die guten Beziehungen der Menschen zueinander und den Weltfrieden. Ihr Werk besitzt einen hohen Anspruch von Ethik, Herzenstiefe und feinem Humor.

Zeitlebens blieb Hanna Maria Drack eine bescheidene Person, führte ein einfaches Leben und hatte zwei Lieblingsbeschäftigungen: Ihre Familie und das Schreiben. Eigenes Zitat: "Die Familie hat möglichst immer Vorrang, daher habe ich viele Vorhaben literarischer Art nicht ausführen können und werde sie jetzt, wo seitens des Autors ein sogenannter Druckkostenbeitrag üblich ist, wenn ein Buch erscheinen soll, auch finanziell nicht durchführen können, außer hier und da einmal ein Bändchen."

Ihr umfangreiches Schaffen blieb bislang zu einem großen Teil unveröffentlicht und ruht in Ordnern sowie auf unzähligen Stenographie Blöcken. Doch vielleicht gelingt es in der Folge, das eine oder andere Werk aus der Versenkung zu holen und der Nachwelt weitere ihrer Botschaften zu vermitteln.

VERÖFFENTLICHUNGEN

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