Zusätzlich zu den regulären Zeiten öffnet das Einwohnermeldeamt am 4.7.2020 in der Zeit von 9.00 – 11.30 Uhr. Neben der Erledigung der in diesem Bereich üblichen Vorgänge besteht auch die Gelegenheit, Unterstützungsunterschriften für Wahlvorschläge für die Nachwahl zum Peniger Bürgermeister im September zu leisten.
Die Stadtverwaltung hat für den Besucherverkehr zu den regulären Öffnungszeiten geöffnet. Alle Besucher, die das Rathaus betreten, haben weiterhin einen Mund- Nasenschutz zu tragen und die Abstandsregelungen einzuhalten.
Die Kindertagesstätten sind mit eingeschränktem Regelbetrieb wieder geöffnet - informieren Sie sich unter "Informationen zum Coronavirus".

Thierbach-Zinnberg

- 360 Grad Rundflug über den Ortsteil Thierbach-Zinnberg

Die Gründung der Doppelgemeinde Thierbach/Zinnberg, etwa 2 Kilometer oberhalb Penigs gelegen, ist im Zuge der Kolonialisierung im ausgehenden 12. Jahrhundert zusehen. In Thierbach entwickelte sich aus dem Vorwerk das spätere Rittergut, bis 1900 war eine Mühle vorhanden, in deren Bereich ab 1920 das Elektrizitätswerk Penig eingerichtet und 1924 ausgebaut und erweitert wurde. Die zum Teil verrottete Mulden-Wehranlage aus dem Jahre 1926 wurde durch ein modernes Schlauchwehr ersetzt. Nach 14-monatiger Bauzeit und mehr als 4 Mill. DM Baukosten konnte die Anlage, die als größte ihrer Art in Deutschland zählt, am 21.11.1994 übergeben werden. In ihren Ausmaßen von 2 x 24 Metern Staubreite und 2 Metern Stauhöhe können mit 1750 Megawattstunden nahezu 800 Haushalte jährlich mit Strom versorgt werden. Thierbach ist nur mit einem Schaukelsteg mit dem 1949 eingemeindeten Zinnberg verbunden. Zur Jahrhundertflut am 12. August 2002 wurde die Brücke stark beschädigt und zerbrach in zwei Teile. Ostern 2003 wurde diese für Wanderfreunde wieder freigegeben. Vom Schaukelsteg bietet sich übrigens die beste Sicht auf das neue Muldenwehr.



Foto: M. Lippmann

 In Zinnberg finden sich Ruinenreste der wahrscheinlich um 1170 gegründeten Burg Zinnburg (Czynnempere), die als Herrschaftssitz der Burggrafen von Altenburg diente und zwischen 1270 und 1301 mit Albrecht III., Heinrich IV. und Dietrich II. gelegt war. Der Heimatforscher Beil (Taura) misst Zinnberg zu dieser Zeit eine weitaus größere Bedeutung bei, als Penig. Die Anlage hatte ein Ausmaß von 32 x 12 Metern und war von 45 bzw. 90 Metern langen Umfassungsmauern umgeben. Etwa 1350 bereits verödete die Zinnburg wieder, als ihre Schutz- und Wohnsitzzwecke aufgegeben wurden. Am Berghang nahe der Bachmündung in die Mulde wurde im 15. Jahrhundert im Gneisglimmerschiefer Silber und Bleierz abgebaut. 1828 versuchte man erneut, fündig zu werden, gab aber bereits 1829 wieder auf. Seitdem ruhte der "Hermann-Hoffnungs-Stollen". Die wirtschaftliche Grundlage beider Ortschaften wurde über Jahrhunderte von der Landwirtschaft geprägt. Waren in beiden Dörfern insgesamt auch weniger als 10 Bauernhöfe zu finden, so gab es doch durch das Thierbacher als auch das Zinnberger Rittergut beträchtliche Wirtschaftsflächen. Das Zinnberger Rittergut wurde nach 1945 zum Teil abgebrochen, um daraus drei sogenannte "Neubauernhöfe" zu errichten. Zinnberg wurde 1949 nach Thierbach eingemeindet.