Zusätzlich zu den regulären Zeiten öffnet das Einwohnermeldeamt am 4.7.2020 in der Zeit von 9.00 – 11.30 Uhr. Neben der Erledigung der in diesem Bereich üblichen Vorgänge besteht auch die Gelegenheit, Unterstützungsunterschriften für Wahlvorschläge für die Nachwahl zum Peniger Bürgermeister im September zu leisten.
Die Stadtverwaltung hat für den Besucherverkehr zu den regulären Öffnungszeiten geöffnet. Alle Besucher, die das Rathaus betreten, haben weiterhin einen Mund- Nasenschutz zu tragen und die Abstandsregelungen einzuhalten.
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Niedersteinbach

 - 360 Grad Rundflug über den Ortsteil Niedersteinbach



Foto: M. Lippmann

Dieser 30 Tonnen schwere Gesteinsbrocken, der Größte, der jemals südlich von Leipzig gefunden wurde, ist als Naturdenkmal in Niedersteinbach aufgestellt worden. Etwa zeitgleich wie der Ort Langenleuba-Oberhain entstanden auch die Ortschaften Niedersteinbach, Obersteinbach und Wernsdorf um 1170. Nach 1300 wurden die Namen erstmals in einer Urkunde genannt. Das Bistum Merseburg beschreibt sein Gebiet und nennt die Dörfer als Grenzorte gegenüber dem Bistum Naumburg. Eine genaue Jahresangabe fehlt dem Schriftstück. Es ist somit als Ersterwähnungsurkunde nicht brauchbar. In den 90-er Jahren fand man beim Gesteinsabbau in der Kiesgrube der Fa. Vieweg in Niedersteinbach einen Findling, volkstümlich „Alter Schwede“ genannt. Vor ca. 400.000 Jahren wurde der wohl größte Eiszeitfindling, ein 32 t schwerer Granitblock mit der Eiszeit aus Schweden, südlich von Leipzig, angespült. Dieser ist heute im Ortszentrum in einer kleinen Grünanlage zu bestaunen.

Niedersteinbach

 

Geschichtliches zu Niedersteinbach: Im Jahre 1716 baute Hans Bohne, der seinen Wernsdorfer Gasthof an seinen Sohn verkaufte, in Niedersteinbach ein neues Haus auf Gemeindeland und beantragte die Schankgenehmigung. Mit dem Abriss und dem Neubau des Wohnhauses um 1840 erfolgte der Anbau eines Tanzsaales, der für das umfangreiche gesellige Leben im Dorf immer rege genutzt wurde (heute: Peniger Straße 21, Kulturhaus). Auf diesem Grundstück wurde 1747 eine Nachbildung des im Jahre 1730 von Fuhrleuten umgefahrenen und später abhanden gekommenen Grenzsteines aufgestellt, welcher allerdings an anderer Stelle stand (heute Altenburger Str. 6). Bei dieser Gelegenheit richtete man auch einen umgefallenen Grenzstein von 1554 wieder auf. Als 1818 die noch heute vorhandene steinerne Brücke über den Dorfbach gebaut wurde, setzte man anscheinend diesen Grenzstein (von 1747) in die Mitte der nördlichen Brückenbrüstung (1988/89 restauriert). Nach dem Erlass der „Armenordnung“ in Sachsen 1772 wurden in den Dörfern Niedersteinbach, Obersteinbach und Wernsdorf nach 1783 Gemeindearmenhäuser gebaut. Über viele Jahrzehnte nutzten diese Bedürftige links und rechts des Grenzbaches. Bei der Teilung der Gemeinden 1855 gelangte das alte Niedersteinbacher Armenhaus auf der Westseite des Dorfbaches (heute: Kleine Seite 3) in den Besitz der neuen altenburgischen Gemeinde Steinbach und die sächsische Gemeinde Niedersteinbach musste sofort ein eigenes Armenhaus bauen. Im 1856 neu erbauten Armenhaus (heute: Peniger Str. 7) befand sich nach 1945 die Post und in einem Anbau hatte das Gemeindeamt Niedersteinbach seinen Sitz. Trotz „Staatsgrenze“ und verschiedener Länderzugehörigkeit lebten die Dorfbewohner westlich und östlich des Grenzbaches in jeweils nur einem Dorf: Niedersteinbach und Obersteinbach. 1848 erwogen die Herzoglich-Sächsisch-Altenburgische Regierung und die Königlich-Sächsische Regierung die Trennung der Gemeinden. Die Einwohner waren damit nicht einverstanden und die Meinungen der unmittelbar Betroffenen wurde ignoriert. Am 25. Oktober 1854 unterzeichneten Vertreter beider Regierungen einen Vertrag und zum 01.01.1855 wurden die altenburgischen Landesanteile Obersteinbachs und Niedersteinbachs zur politisch selbstständigen Gemeinde „Steinbach“ zusammen gefasst. Bei einer Volkszählung 1871 lebten in Niedersteinbach 206 Einwohner, in Obersteinbach 12 und in Wernsdorf 319. Die Gemeinde Steinbach hatte 1880 rund 150 Einwohner. Am 14. Juni 1901 wurde die Bahnstrecke Altenburg - Langenleuba-Narsdorf mit Bahnstation Steinbach und Langenleuba-Oberhain in Betrieb genommen. Bereits Ende August 1900 wurde der siebenbogige Viadukt Niedersteinbach fertig gestellt. Letztmalig verkehrte ein Zug auf dieser Strecke am 27. Mai 1995. Die Strecke wurde stillgelegt. Während die Gemeinden Nieder- und Obersteinbach zu Sachsen gehörte, kam die zu Sachsen-Altenburg gehörige Gemeinde Steinbach 1920 zu Thüringen. Durch Gebietsaustausch erfolgte 1928 die Vereinigung des sächsischen Gemeindeanteiles von Niedersteinbach mit dem thüringischen Steinbach zur Gemeinde Niedersteinbach.
Nach Beendigung des Krieges wurden die Gemeindevertretungen aufgelöst, die Bürgermeister der Gemeinden abgesetzt und am 27. Juli 1945 setzte die sowjetische Militärkommandantur von Penig einen Bürgermeister für die Dörfer Niedersteinbach und Obersteinbach ein. Wenig später übernahm er auch die Amtsgeschäfte des abgesetzten Wernsdorfer Bürgermeisters. Das Jahrhunderte alte Kirchspiel Niedersteinbach verlor 1928 seine Selbstständigkeit. Das Landeskonsistorium ordnete an, dass der Pfarrer von Langenleuba-Oberhain das Pfarramt Niedersteinbach mit übernimmt. Im Jahre 1950 beschlossen die Gemeindevertretungen von Niedersteinbach, Obersteinbach und Wernsdorf die Zusammenlegung der drei Orte. Zum 01.07.1950 erfolgte der Zusammenschluss der bisher selbstständigen Gemeinden Niedersteinbach, Obersteinbach und Wernsdorf zur neuen Gemeinde Wernsdorf mit den Ortsteilen Niedersteinbach und Obersteinbach (900 Einwohner). Mit der Neugliederung der Länder in 14 Bezirke und die Bildung von Kreisen wurde die Gemeinde Wernsdorf mit ihren Ortsteilen dem Kreis Geithain, Bezirk Leipzig, zugeordnet. Im Januar 1953 beschlossen die Gemeindevertretungen von Wernsdorf, Kreis Geithain, und Steinbach, Krs. Altenburg, ihre Zusammenlegung (Eingliederung nach Wernsdorf). Ab 01. Januar 1956 wurde der Name der Gemeinde Wernsdorf in Niedersteinbach umgeändert, da die Mehrzahl der Ortsteile die Endung „-steinbach“ trugen (1099 Einwohner). 1953 wurde in Niedersteinbach ein Erntekindergarten eingerichtet und ein Jahr später öffnete dort ein ständiger Kindergarten (heute: Obersteinbacher Str. 42). Am 29. September 1958 verkehrte der erste Omnibus durch den Ort. Niedersteinbach wurde erstmals an ein öffentliches Omnibus-Verkehrsnetz angeschlossen. Die neue Linie verkehrte von Langenleuba-Niederhain nach Geithain und führte durch die Dörfer. Der erste Linienverkehr zwischen Niedersteinbach und Penig setzte im Juni 1959 ein. Am 19.12.1975 fand die konstituierende Sitzung des neu gegründeten Gemeindeverbandes Kohren-Sahlis statt, dem auch die Gemeinde Niedersteinbach beitrat. Aufgrund des erhöhten Sandlastkraftwagen-Verkehrs von und zur Sandgrube Flemmingen wurde im September 1980 die neu gebaute Werkstraße für den Verkehr freigegeben. Ab 01.01.1981 galten neue Straßennamen in den Ortsteilen Niedersteinbach, Obersteinbach und Steinbach. Im Herbst 1985 wurde die in Niedersteinbach errichtete Tabaktrockenhalle der LPG (P) „Klement Gottwald“ Jahnshain erstmals zur Trocknung genutzt. 1986 feierte die Reitsportgemeinschaft Langenleuba-Niedersteinbach ihr 40-jähriges Bestehen. Das Internationale Reit- und Springturnier verfolgten rund 8.000 Besucher. Seit 1968 finden jährlich zu Pfingsten auf der Reitsportanlage an der B 95 Reitturniere statt und darüber hinaus noch andere Reit-, Spring- sowie Fahrturniere. Die Errichtung einer Läuferproduktionsanlage der LPG „Thomas Müntzer“ 1987 wurde als das zurzeit größte landwirtschaftliche Bauvorhaben im Bezirk Leipzig bezeichnet. Nach Abschluss der Bauarbeiten zog das Gemeindeamt im April 1988 in die neuen Räume im Erdgeschoß des Kulturhauses ein. In der neuen Gemeindeschwesternstation im ehemaligen Hort der Schule fand die erste Arztsprechstunde statt. Mit der Neugründung des Landes Sachsen 1990 wurden auch die Kreise umfassend reformiert. Da der Kreis Geithain nicht mehr lange existierte, orientierte man sich damals schon zum Kreis Rochlitz bzw. zum geplanten Kreis Mittweida. Mit dem Zusammenschluss der Gemeinden Langenleuba-Oberhain und Niedersteinbach zum 01. Januar 1994 wurde die Gemeinde Langensteinbach aus der Taufe gehoben, die zum 01. August 1994 zum Landkreis Mittweida überwechselte. Zum 01. Juli 1996 schloss sich die Gemeinde Obergräfenhain an. In der Gemeinde Langensteinbach leben jetzt 2400 Einwohner. Durch die Gemeindegebietsreform ging die Gemeinde Langensteinbach zum 01.01.1999 mit der Stadt Penig eine Verwaltungsgemeinschaft ein. Zum 01.01.2003 erfolgte dann die Eingemeindung nach Penig.